Bericht zur Jahresversammlung 2025 der AG Wurmtal e.V.

Auf der gut besuchten Jahresversammlung der AG Wurmtal, die kürzlich im Pfarrheim St. Josef in Herzogenrath-Straß stattfand, wurden hervorragende Vorträge geboten, die sich im weiteren Sinne um den (lokalen) Naturschutz drehten.

Die Aufgabe der AG Wurmtal geht aus ihrem Untertitel hervor: Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung bedrohter Pflanzen und Tiere im Wurmtal. Womit in erster Linie das Naturschutzgebiet Wurmtal gemeint ist, wo die AG mehrere Flächen betreut. 

Die Moderation der Versammlung hatte der stv. Vorsitzende der AG Wurmtal Dr. Hans-Jürgen Weyer übernommen. Neben mehreren Ratsmitgliedern aus Herzogenrath und Vertretern befreundeter Organisationen - so war z. B. mit Dr. Christa Lang sogar der Nationalpark Eifel vertreten - begrüßte er besonders den Bürgermeister von Herzogenrath Dr. Benjamin Fadavian. Dieser lobte in seiner Begrüßung die Arbeit der AG ausdrücklich und dankte den Mitgliedern für ihr großes ehrenamtliches Engagement, das entscheidend zum Erhalt des Naturschutzgebietes (NSG) beitrage.

Zu Beginn der Vorträge berichtete Günter Kalinka, der langjährige Vorsitzende der AG Wurmtal, über die Arbeitsschwerpunkte der zurückliegenden Monate. Neben "Dauerbrennern" wie der Betreuung von Nistkästen und den Aktionen zur Rettung von Amphibien waren die Naturschützer insbesondere mit der von ihr beantragten Erweiterung des Naturschutzgebietes beschäftigt. Dieser Antrag, der zunächst der Städteregion Aachen vorliegt, bezieht sich auf Gebiete westlich der Bahnlinie Aachen-Mönchengladbach. Ältere und ganz aktuelle Bestandsaufnahmen haben gezeigt, dass diese Flächen auf dem Gebiet der Stadt Herzogenrath von ganz besonderem ökologischen Wert sind und Rückzugsraum für etliche hoch gefährdete Tier- und Pflanzenarten bieten. Eine Antwort steht jedoch seit längerem aus. Als akute Gefährdungen für das NSG nannte Günter Kalinka das illegale Mountainbiking sowie die Planungen von Radwegen, die durch das NSG führen sollen.

Erfreulich ist zu nennen, dass die AG Wurmtal im vergangenen Jahr den Umweltpreis der Stadt Herzogenrath erhalten hat. Dadurch sei die Arbeit der Naturschutzgruppe spürbar aufgewertet worden.

Alles über den Hirschkäfer wusste Christian Molls. Er hat seinen Master in Biologie, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Aachener Forschungsinstitut gaiac und ausgewiesener Käferspezialist. Der Hirschkäfer ist der größte heimische Käfer und in seiner relativ kurzen Lebensspanne stark gefährdet. Obwohl er im Wurmtal eigentlich gute Bedingungen vorfindet, ist er bislang dort nur an zwei Stellen vorgefunden worden. Die AG und Christian Molls vereinbarten, im kommenden Jahr gemeinsam in der recht kurzen Spanne, in der der Käfer oberirdisch aktiv ist, auf die Suche zu gehen.

Einen viel beachteten Vortrag hielt der Biologe Harmut Fehr, stv. Leiter der Reptilienauffangstation der Städteregion Aachen in Stolberg. Die Zuhörer waren sehr überrascht zu erfahren, welche Reptilien aller Art dort abgegeben bzw. über die Station eingefangen werden. Immer wieder war staunend zu hören "Was es nicht alles gibt!". Die halbstaatliche Station beherbergt auf über 300 qm heimische wie exotische Reptilien. Viele können weitervermittelt werden. Viele müssen aber auch erst aufgepeppelt werden, da sie in einem sehr schlechten körperlichen Zustand die Station erreichen.

Nach den mit viel Applaus bedachten Vorträgen, die alle zu Fragen und Diskussionen führten, lud die AG Wurmtal zum mittlerweile traditionellen Imbiss ein, der gerne angenommen wurde. Die Gespräche und der Austausch dauerten noch bis in den späten Abend hinein. Alle freuten sich über eine gelungene Veranstaltung. Die Jahresversammlungen der AG Wurmtal haben sich zu einer gerne angenommenen Plattform zum Austausch über den aktuellen lokalen Naturschutz sowie zum gegenseitigen Kennenlernen etabliert. Alles, was "Rang und Namen" im Naturschutz hat, nutzt diese Veranstaltung gerne, um Neues zu erfahren. Auch die Politik nimmt die Einladungen gerne wahr, bietet sie doch nahezu die einzige Gelegenheit, die Schwerpunkte ihrer Arbeit sowie die der Naturschützer sich gegenseitig nahe zubringen.

Informationen über die AG Wurmtal und ihre Arbeit finden sich auf der Webseite www.ag-wurmtal.de.

 

 

Impressionen von der Jahreshauptversammlung